
Der eigenwirtschaftliche Glasfaserausbau in Österreich steht vor entscheidenden Herausforderungen. Eine aktuelle Studie eines Forschungsteams rund um den ehemaligen Alpen Glasfaser Geschäftsführer Johannes Gungl zeigt auf, dass hohe Kosten und bürokratische Hürden den Ausbau moderner Glasfasernetze erheblich bremsen. Gleichzeitig identifiziert die Untersuchung drei konkrete Maßnahmen, mit denen der Ausbau beschleunigt und deutlich mehr Haushalte mit zukunftssicherer Infrastruktur versorgt werden könnten.
Einfache Genehmigungen und Aufgrabungsstandards
Ein zentraler Ansatzpunkt sind die Vorgaben für Grabungs- und Wiederherstellungsarbeiten. Laut den Autoren führen überzogene Anforderungen in manchen Projekten zu Mehrkosten von bis zu 50 Prozent. Durch praxistaugliche und einheitliche Standards könnten erhebliche Mittel eingespart und in zusätzliche Ausbauprojekte investiert werden. Das Potenzial: Glasfaseranschlüsse für nahezu 300.000 weitere Haushalte.
Zugang zu Mehrparteienhäusern
Auch bei Mehrparteienhäusern sieht die Studie dringenden Reformbedarf. Aktuell verhindern komplexe Zustimmungsverfahren den Anschluss von rund jedem fünften Gebäude. Als Vorbild wird Frankreich genannt, wo ein gesetzliches Recht auf Glasfaseranschluss für Bewohnerinnen und Bewohner von Mehrparteienhäusern bereits Realität ist.
Kupferabschaltung
Der dritte wesentliche Hebel betrifft die bevorstehende Abschaltung der bestehenden Kupfernetze. In vielen europäischen Ländern läuft dieser Prozess bereits. Laut der Studie könnte eine frühzeitig geregelte Kupferabschaltung die Wirtschaftlichkeit moderner Glasfasernetze deutlich verbessern und damit den eigenwirtschaftlichen Ausbau für weitere 400.000 Haushalte ermöglichen.
Die Studienautoren kommen zu einem klaren Schluss: Mit gezielten gesetzlichen Anpassungen könnten Investitionen effizienter eingesetzt, bürokratische Hürden abgebaut und der Glasfaserausbau in Österreich nachhaltig beschleunigt werden.
Fernsehtipp: Bürokratieabbau
Passend zum Thema erläutert unser CTIO Bernhard Deixler in einer OE24-Diskussionsrunde Vorschläge für einen einfacheren und effizienteren Glasfaserausbau in Österreich: OE24-Sendung
Rückfragen zur Studie: JG Management Consulting, Johannes Gungl, johannes.gungl@chello.at
Artikel teilen:
Weitere Beiträge
Ein wichtiger Meilenstein: Unser Ausbaugebiet ist auf über 100.000 Adressen angewachsen.
Ausbauprojekt und Kooperation mit Haselbacher Nahwärme bringen ultraschnelles Glasfaserinternet für tausende Haushalte.
Das Ausbauprojekt in der Kärntner Metropole biegt auf die Zielgerade ein: im Sommer ist Baustart in der Innenstadt.
Die niederösterreichische Gemeinde wird glasfaserschnell! Baustart und Infoveranstaltung noch im Juni.


